Wenn Bargeld im Unternehmen knapp wird, 60 Prozent der Aufträge wegbrechen oder die Bank den Kredit kündigt, wird mancher Firmeneigentümer nervös. Ein neuer Geschäftsführer muss her, und zwar schnell. Auf der Suche nach einer Lösung ruft er bei Rainer Nagel an, Geschäftsführer von Atreus. Der Dienstleister liefert dem Anrufer das, was er in diesem Moment braucht: den starken Mann an der Spitze, der ein trudelndes Geschäft wieder in Ordnung bringt, der schnell handelt und durchgreifen kann.
Das Telefon bei Atreus klingelt derzeit oft: 'Bewährte Sanierer sind im Moment sehr begehrt', sagt Nagel, der Manager auf Zeit an seine Kunden vermittelt. Bei den krisengebeutelten Autozulieferern zum Beispiel ist die Not besonders groß. 'Hier können wir die Nachfrage kaum bedienen.'
Mit dieser Erfahrung steht Nagel nicht alleine. Generell verzeichnet die Branche einen starken Anstieg der Nachfrage nach den harten Typen. 'Sanierungsgetriebene Einsätze nehmen wieder zu', taxiert Dr. Anselm Görres die Marktlage. Der Inhaber des Vermittlers ZMM Zeitmanager München ist Vorsitzender des Arbeitskreises Interim Management Provider (AIMP), ein Verband von Vermittlern.
Für den Markt der Interim-Manager ist das eine Trendwende. Denn über viele Jahre waren die Typen, die nicht lange fackeln, sondern die Ärmel hochkrempeln und anpacken, kaum gefragt. Es herrschte Schönwetterkonjunktur, alles war gut, Sanierer wurden bis zum Jahr 2008 kaum gebraucht. In jenem letzten Jahr des Booms waren gerade einmal sechs Prozent der Interim-Einsätze Sanierungen, hat der AIMP in seiner Branchenstudie ermittelt. Noch zu Anfang der Hochkonjunktur hatte der Sanierungsanteil bei 17 Prozent gelegen.
Für die geschätzten 8.000 bis 12.000 Interim-Manager, die in Deutschland arbeiten, sind das gute Nachrichten.
Extras:- Einsatz, Vergütung, Vermittlung: Interim-Management in Kürze