Zwei bedeutende Grundkonzepte der therapeutischen Arbeit waren es, die Gunther Schmidt in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bewegten: Der systemisch-konstruktivistische Ansatz, den er selbst erst kurz zuvor mit einer Arbeitsgruppe um den Pionier der Familientherapie, Helm Stierlin, nach Deutschland gebracht hatte, und die hypnotherapeutische Arbeit von Milton Erickson. Zwei Konzepte, die der junge Facharzt für Psychotherapie bald zu einem dritten verschmolz: dem hypnosystemischen Integrationsmodell.
Denn beide Ansätze stehen sich inhaltlich sehr nahe, hat LAA-Preisträger Schmidt festgestellt: 'In der Hypnotherapie geht es um die gleiche Denkweise wie in der systemischen Arbeit. Man denkt in Mustern, in Wechselwirkungen verschiedener Erlebnisbestandteile.' Ziel beider Ansätze ist es zudem, einen schnellen Zugang zu den Kompetenzen, die im Unbewussten eines Menschen schlummern, zu bekommen und sie nutzbar zu machen.
Die Nutzbarmachung unbewusster Ressourcen ist auch das zentrale Ziel des hypnosystemischen Ansatzes von Schmidt. Dabei eröffnet die Integration der beiden Ausgangskonzepte neue Wege. Denn sie erweitert die systemischen Instrumente, die vor allem an den musterhaften Dynamiken innerhalb von Beziehungssystemen ansetzen, um den systematischen Blick in die Psyche des betroffenen Individuums. Seine Verhaltensweisen, Reaktionen und Emotionen werden durch das Konzept von intrapsychischen Musterdynamiken erklärt, die aus der kompetenzorientierten Hypnotherapie nach Erickson stammen.
Extras:- Hilfreiche Haltungen für Berater: Grundsätze des Beraters Gunther Schmidt
- Gunther Schmidt im Kurzporträt
- Life Achievement Award: Zur Bedeutung der jährlich vergebenen Auszeichnung