Die eigenwillige Symphonie aus Rhythmen, Tönen und Stimmen lässt niemanden unberührt, weil jeder darin einen Teil seines Lebens widergespiegelt findet: den Teil, den er bei seinem Arbeitgeber verbringt - der Firma Otto in Hamburg. Stellt das Werk doch nichts Geringeres dar, als die Unternehmenskultur des Versandkonzerns - transformiert in eine furiose Klangwelt. Was aus der akustischen Allegorie herauszuhören ist: Unternehmenskultur wird sehr individuell wahrgenommen.
Insgesamt einhundert Fachbereichsleiter, Personaler und Recruiter kommen in den Hörgenuss, lauschen unterschiedlichen Stimmen, die mal äußern, keine Meinung über ihren Arbeitgeber zu haben, ihn mal für seine Familienfreundlichkeit loben oder gar als Ernährer preisen. Eine Stimme hebt hervor, dass die Firma auf flache Hierarchien Wert lege, eine andere behauptet gleich darauf das Gegenteil. Alarmierendes Sirenengeheul, doch auch rhythmisch-ruhiges Herzklopfen, klingende Kassen, lachende Kinder und ratternde Fließbänder...
Urheber der Präsentation sind keine professionellen Künstler, die Otto zur Bereicherung eines Incentives für seine Mitarbeiter angeheuert hätte. Den Kunstgenuss haben die Führungskräfte, Recruiter und Personaler vielmehr ehemaligen Praktikanten des Unternehmens zu verdanken, die es dank überdurchschnittlicher Leistungen während ihrer drei- bis sechsmonatigen Tätigkeit bei Otto geschafft haben, anschließend in ein vor drei Jahren eigens für sie aufgelegtes Förderprogramm aufgenommen zu werden.
Die 40 Studiosi, die zurzeit in dem Programm sind, gelten als Crème de la Crème jener rund 660 Studenten, die in den vergangenen drei Jahren ein Praktikum bei Otto absolviert haben. Das Förderprogramm soll unter dem richtungsweisenden Titel “talents@otto” v.a. einen Zweck erfüllen: Die besten Praktikanten noch während der letzten ein, zwei Jahre ihres Studiums emotional an das Unternehmen zu binden - auf dass sie es bis Studienabschluss wohlwollend in Erinnerung behalten.
Extras:
- Info-Kasten: Das Förderprogramm der High Potentials bei Otto.